Wie machst Du’s? Die persönlichen Digital-Detox-Tipps meiner Lieblingsblogger

Blogger Katrin Hill, Patrick Hundt, Ben Paul, Simone Sauter, Walter Epp, Isabel Garcia, Janneke Duijnmaijer, Michaela Forstik

Ich bin kein Freund von Patentlösungen. Auch wenn sie meistens bequem sind.

Im Laufe meines Lebens habe ich den einen oder anderen Umweg genommen. Und bin trotzdem ans Ziel gekommen.

Meine eigenen verschwurbelten, komplizierten, von außen betrachtet vielleicht zu langen Wege zu gehen, hat mich bereichert und zu dem gemacht, was ich heute bin.

Und weil wir alle Gott sei Dank so unterschiedlich sind, denke ich, dass viele Wege zum Ziel führen können und Pauschallösungen nach festgefahrenen Schemata oft nur eine grobe Richtung vorgeben, an der man sich orientieren kann.

Ich möchte Dich also mit diesem Artikel, aber auch mit meinem gesamten Blog, dazu ermutigen, Deinen eigenen Weg zu gehen!

Auch in Sachen digitaler Mediennutzung. Lass Dich einfach inspirieren und finde durch Ausprobieren heraus, welche Dinge Dich weiterbringen.

Wie machen es meine Lieblingsblogger?

Für mich ist es immer spannend zu erfahren, wie andere Menschen mit bestimmten Herausforderungen umgehen. Ob ich mir bei ihnen etwas abschauen kann.

Das gilt ganz besonders für mein Blogthema. Weil es so viel individuellen Spielraum bietet.

Also habe ich kurzerhand meine Lieblingsblogger gebeten, mir ihren persönlichen Digital-Detox-Tipp zu verraten.

Sie alle haben durch ihre Profession viel mit digitalen Medien zu tun. Deswegen wollte ich von ihnen wissen:

Wie schalten sie ab? Welche Rituale und Gewohnheiten pflegen sie, um sich nicht im digitalen Dschungel zu verirren?

Viele haben mitgemacht und ich habe mich sehr über die großartigen Antworten gefreut. 🙂

Die möchte ich Dir natürlich nicht vorenthalten − bitteschön!
 

Ben Paul, Anti-Uni u.a.
Ben Paul
„Mein bester Digital-Detox-Tipp? Hmm … ich würde sagen, wenn ich am Computer sitze, mich immer mal wieder zu fragen: Ist das gerade wirklich wichtig? Bin ich voll anwesend? Kann ich meinen Atem, meinen Körper spüren? Lenke ich mich vielleicht gerade von etwas ab?
Und sonst ist noch ein guter Tipp, öfter mal einfach den Laptop zuzumachen und an die frische Luft zu gehen. Dann fließt es manchmal viel besser, als wenn ich es erzwingen will.“

 

Michaela Forstik, Relationship with me
Michaela Forstik
„Ich bin ein Selbstlerner-Typ. Das bedeutet, ich liebe es, die neuen Möglichkeiten im Internet wie Onlinekurse oder E-Books regelrecht zu verschlingen. Weil ich gern up to date bin. 🙂 Trotzdem ist mir die analoge Offlinezeit sehr wichtig, damit neben der Weiterentwicklung auch viel Platz für Ruhe und Stille in meinem Leben ist ‒ einem Grundbedürfnis von uns Menschen. Ich habe mir ganz praktische und einfache Rituale zur Gewohnheit gemacht, die in Summe große Wirkung haben:
1. Das Handy ist beim Einschlafen immer im Offlinemodus. In der Früh wird das Handy erst wieder nach dem ersten Kaffee in Betrieb genommen.
2. Am Wochenende und ab 19 Uhr gönne ich mir den Luxus, nicht unmittelbar erreichbar zu sein. Das bedeutet, mein Handy ist auf lautlos geschaltet und ich rufe, maile und schreibe zurück, wann es für mich passt. Denn oftmals ist es einfach die Erwartung anderer, zu jeder Tageszeit erreichbar zu sein.
3. Das E-Mail-Postfach wird genau einmal am Tag und nicht öfter gecheckt ‒ damit abends keine offenen To-dos liegen und somit in meinen Gedanken bleiben.
4. Ich liebe es, am Wochenende oder wenn ich regelmäßig Kurzurlaub in der Natur mache, das Handy und sogar meine Uhr einfach zu Hause zu lassen. Damit lebe ich unabhängig von der Tageszeit in den Tag hinein und bin so ganz im Moment. Ich habe dann auch gar nicht das Bedürfnis, zu wissen wie spät es gerade ist. Mein Körper und die Natur geben mir die richtigen Zeichen. Ich finde, wir Menschen brauchen regelmäßig den Blick in die Weite, den Panoramablick, um runterzukommen, nicht den ständigen Blick auf ein kleines blinkendes Display, das nach Aufmerksamkeit heischt.
5. Beim Treffen mit Freunden, Familie oder wertvoller Zeit mit meinem Partner bleibt das Handy lautlos in der Handtasche und zwar nicht in unmittelbarer Nähe. Ein absolutes No-Go ist es für mich, das Handy ‒ wenn auch umgedreht ‒ bei Unterhaltungen auf den Tisch zu legen. Denn dann kann die Unterhaltung gar nicht so wichtig sein.“

 

Patrick Hundt, Healthy Habits
Patrick Hundt
„Meine wichtigste Veränderung für weniger digitale Ablenkung war, in den sozialen Netzwerken kaum noch jemandem zu folgen. Zwar bin ich bei Facebook noch mit Freunden vernetzt, um mit ihnen kommunizieren zu können, doch ich sehe ihre Inhalte nicht mehr in meiner Timeline. Diese ist an manchen Tagen vollständig leer. Seitdem ich derart aufgeräumt habe, schaue ich seltener bei Facebook vorbei, da es dort nichts vermeintlich Interessantes mehr zu sehen gibt. Bei Instagram und Twitter ist es genauso.“

 

Simone Sauter, From Pain to Power
Simone Sauter
„Das einzige Digital Detox, das ich neben meiner Nachtruhe habe, ist meine tägliche Meditation. Dafür nehme ich mir bewusst 30 bis 60 Minuten Zeit, schalte am Smartphone auf Flugmodus und bin nicht erreichbar – weder online noch telefonisch. Ich bin dann einfach nur bei mir. Ohne das wäre ich überhaupt nicht leistungsfähig. Und wenn ich merke, dass ich gestresst bin oder werde, dann kann es auch sein, dass ich mir 30 Extraminuten gönne. Diese Zeit ist mir heilig, vor allem weil ich die restliche Zeit des Tages permanent erreichbar bin.“

 

Walter Epp, Schreibsuchti
Walter Epp
„Meine digitalen Detox-Strategien?
1. Ich checke NIE E-Mails zu Beginn meines Arbeitstages. Ich folge diesen drei Cs: Create, Connect, Consume. Also beginne ich mit dem Schreiben. Danach erst netzwerken und lesen. Wenn ich schreibe, dann schalte ich das Internet ab. Fokus ist das wertvollste Gut unserer Zeit. Deswegen habe ich einen Bunker. Das heißt: Wenn ich schreibe, dann bin ich nicht erreichbar. Nicht per Mail, nicht per Telefon. Mein Handy ist auf Flugmodus. Die Welt muss draußen warten, bis ich mit meinem ‚One-Thing‘ fertig bin.
2. Ich bin NICHT privat bei Facebook. Ich verwalte dort nur meine Fanpages. Das nimmt mir den Druck, ständig dort erreichbar zu sein. Da ich null Freunde bei Facebook habe, gibt es da auch nichts zu checken. Es gibt keine Angst, was zu verpassen.
3. Mein Handy ist (fast) überflüssig. Ich lese auf dem Smartphone keine Mails, habe keine Facebook- oder Twitter-App installiert. In meinem Handy sind nur meine engsten WhatsApp-Freunde – und selbst das ist immer stumm geschaltet.“

 

Katrin Hill, katrinhill.com – online wachsen
Katrin Hill
„Es geht auch mal ohne Facebook! Ja, ich bin Facebook-Marketing-Expertin, aber das heißt nicht, dass ich mich täglich mit Facebook beschäftigen muss. Meine Beiträge plane ich meist im Voraus, um nicht täglich kreativ werden zu müssen. In meiner produktiven Phase nutze ich Apps wie ‚Anti-Social‘, die mich aus den sozialen Netzwerken blocken und somit keine Ablenkung zulassen. Und ein paar Tage ganz ohne Facebook gönne ich mir auch immer mal wieder!“

 

Isabel García, ICH REDE
Isabel García
„Mein persönliches Digital Detox ist mein Hund. Leider darf ich hier ‚gewesen‘ hinzufügen, weil er gestorben ist. Umso deutlicher wird mir, dass er mein Digital Detox war, weil ich seitdem wieder viel häufiger ins Handy starre. Aber als mein Hund noch lebte, da ließ ich mein Handy bewusst zuhause und genoss mit Bruno stundenlang die Natur. Tiere holen einen sowieso wunderbar ins Hier und Jetzt. Es ist sicher, dass ich irgendwann wieder einem Hund ein Heim geben werde und dann habe ich wieder das beste Digital-Detox-Werkzeug, dass es für mich gibt.“

 

Janneke Duijnmaijer, Blog Your Thing
Janneke Duijnmaijer
„Ich arbeite im Homeoffice, deshalb kann ich am besten abschalten, wenn ich Abstand gewinne. Im Alltag sieht das so aus, dass ich mich bemühe, Arbeits- und Wohnbereich zu trennen und wirklich nur in meinem Arbeitszimmer zu arbeiten. Am Wochenende plane ich gern Ausflüge oder Besuche bei Verwandten. Da vergesse ich meist mein Smartphone und bin nicht versucht, aus Langeweile E-Mails zu checken und ‚ganz schnell‘ etwas für die Arbeit zu erledigen.“

Finde Deinen eigenen Weg!

Vielleicht ist bei diesen vielen guten Ansätzen auch etwas Passendes für Dich dabei, was Du ausprobieren möchtest?

Wie Du auf jeden Fall sehen kannst, haben alle ihre individuellen Wege und Gewohnheiten, dem digitalen Wahnsinn zu entkommen.

Auch bei all meinen Tipps, die Du hier auf meinem Blog mit der Zeit finden wirst, ist mir wichtig, dass Du die übernimmst, bei denen Du spürst, dass sie sich für Dich richtig anfühlen und für Dich einen Sinn ergeben.

Ich habe festgestellt, dass wenn ich mich innerlich komplett gegen etwas sperre, es meist auch keinen Erfolg hat. Das bedeutet aber nicht, dass ich es nicht versuche!

Offenheit ist eine Grundvoraussetzung, wenn wir uns weiterentwickeln wollen.

Wenn ein Tipp oder eine Übung also überhaupt nicht zu Deiner Persönlichkeit oder Deinem Lebensalltag passt, dann musst Du Dich natürlich nicht x-mal dazu zwingen. Denn irgendwann frustrieren solche Fehlversuche.

Überlege Dir dann: Was ist gut an dem Tipp und kann ich daraus etwas machen, was für mich passt? Und auch: Warum sperre ich mich so dagegen? Wovor habe ich Angst?

Ich freue mich immer über Rückmeldungen von Dir! Passend zu diesem Artikel möchte ich gern von Dir wissen: Hast Du vielleicht auch schon eine spezielle Strategie, um digital einfach mal digital sein zu lassen?

Dann poste sie doch hier in den Kommentaren! Ich bin gespannt, wie Du abschaltest! 🙂

Schreibe einen Kommentar