Auf zum Frühjahrsputz! Wie “Digital Decluttering” Dir mehr Lebenszeit bringt

Weißer aufgeräumter Schreibtisch vor weißer Wand

Loslassen ist für viele meiner Bloggerkollegen ein allzeit aktuelles Thema.1 Es ist ein Lebensthema. Für uns alle.

Gerade wenn ein neues Jahr beginnt, wünschen sich viele von uns, Altes und Ungeliebtes hinter sich zu lassen. Ob nun überflüssige Pfunde, lästige Angewohnheiten oder unschöne Erfahrungen mit anderen Menschen − was uns stört oder belastet, kann bzw. soll weg.

Loslassen, also sich von Ballast emotional oder physisch zu trennen, ist ein Prozess.

Erstmal müssen wir in uns hineinfühlen und entscheiden, was weg kann und was nicht. Was für uns noch Sinn hat und was nicht.

Und wenn wir Unliebsames erst einmal los sind, stehen wir vor den nächsten Fragen:

Was tun mit dem, was übrig bleibt?

Mit dem frei gewordenen Raum?

Wie sieht die neue Ordnung aus?

“Ordnung ist das halbe Leben!”

Ein Spruch, für den ich als Teenager meine Mutter imaginär erwürgen wollte. Ausmisten, aufräumen, putzen − alles Dinge, bei denen ich damals meine Ohren auf Durchzug stellte.

Unter meinem Bett tanzten die Wollmäuse Samba und um mich herum stapelte sich allerhand Krempel. Durch den ich mich wühlen musste, wenn ich etwas Bestimmtes suchte.

Heute würde ich mich als relativ ordentlichen Menschen bezeichnen. Was meine Mutter wahrscheinlich immer noch ein wenig anders sieht. *zwinker*

Doch ich genieße die Klarheit, die durch eine bestimmte Struktur entsteht.

Seit meinem letzten Umzug habe ich noch weniger Zeug in den Schubladen. Das fühlt sich so viel leichter an! Auch wenn immer noch genug Kram da ist.

Ich bin kein Minimalist. Aber ich finde, dass die meisten von uns einen ganzen Haufen unnützes Zeug horten (Stichwort Konsumgesellschaft) und wir uns generell überlegen sollten, was das eigentlich für einen Sinn hat.

Doch ich möchte Dir in diesem Artikel nicht erklären, warum und wie Du am sinnvollsten Deine Wohnung oder gar Dein ganzes (Seelen-)Leben ausmistest und aufräumst. Das können andere viel besser.2

Wofür ich Dich begeistern möchte, ist “Digital Decluttering” − digitales Entrümpeln.

Bist Du bereit für “Digital Decluttering”?

“Decluttering”3 ist ein Begriff, der zunächst in der Minimalisten-Bewegung zuhause war.

Doch seit es Trend ist, sein Leben zu “optimieren” und viele auf der Suche nach sich selbst, ihrer Bestimmung  und ihrer persönlichen Lebensvision sind, bekommt er auch bei uns “Normalos” mehr Bedeutung.

Und das zu Recht! Denn Dinge, die wir eigentlich nicht mehr brauchen und die nur aus Bequemlichkeit noch da sind, binden unsere Energie, halten uns fest und blockieren unser freies Denken und Handeln.

Deswegen möchte ich Dir hier drei Tipps mitgeben, wie Du Dein digitales Leben ausmisten und “entschlacken” kannst.

Warum Du das tun solltest?

Damit Dir mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge und Personen bleibt.

Nutze Deine gewonnene Zeit für wirklich wichtige Dinge

Wir verschwenden viel zu viel unserer wertvollen Lebenszeit − und damit auch Aufmerksamkeit und Energie − auf digitale Dinge.

Inhalte, die unser Leben kaum bis gar nicht bereichern!

Im Gegenteil: Der ganze digitale Müll, der täglich auf unserem Lebensweg herumliegt, versperrt uns die Sicht auf das Wesentliche.

Er raubt uns Kraft. Motivation. Glück.

Wie wäre es also, wenn Du all das, was Dir nur wertvolle Lebenszeit nimmt, loslassen könntest?

Ich helfe Dir dabei!

Wenn Du die folgenden Tipps beherzigst − also sie auch wirklich durchführst − wirst Du schon einen Unterschied spüren.

Also, schnapp Dir imaginär Besen und Müllbeutel und los geht’s!

Weg mit den Spammails

Okay, nicht alle E-Mails, die ich hier meine, sind Spam. Wahrscheinlich hatten sie irgendwann mal einen Nutzen für Dich.

Ich rede von den vielen E-Mails von Unternehmen, Webseiten, Blogs etc., die Du jeden Tag genervt wegklickst bzw. löschst. Wenn Du sie aber nur löschst, dann ist das, als wenn Du Unkraut nur abschneidest. Entfernst Du die Wurzel nicht, wird es nachwachsen und immer wieder in Deinem Postfach landen.

Überlege Dir also bei jeder abonnierten E-Mail, die Du erhältst, ob Dich der Inhalt noch interessiert. Ist das nicht der Fall, mach’ Dir einmal die Mühe und öffne sie, scrolle nach unten und klicke auf den Link, mit dem Du die E-Mails abbestellen kannst. Dein Postfach atmet so nach und nach auf.

Ist das (sozial) wichtig oder kann das weg?

Wenn ich schon bei Abos bin: Mit jedem “Gefällt mir” auf eine Facebook-Seite bzw. ein Facebook-Profil und mit jeder eingegangenen Freundschaft abonnierst Du die Inhalte des jeweiligen Accounts automatisch mit.

Die Folge: Dein Newsfeed quillt über vor Beiträgen. Du scrollst Dich x-mal am Tag tapfer durch und verlierst einen Haufen Zeit.

Als ich mich bei Facebook angemeldet habe (was übrigens erst gut ein Jahr her ist), brauchte ich am Anfang täglich fast zwei Stunden, nur um meinen Newsfeed zu lesen! Es hätte ja etwas Interessantes dabei sein können!4

Mal ehrlich: Brauchst Du die ganzen Infos wirklich? Bereichern Sie Dein Leben? Oder sind Dir die meisten Beiträge schlichtweg egal? Nerven sie Dich vielleicht sogar?

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du viel zu viele unnütze Infos erhältst, dann miste aus:

Du hast bei jedem Beitrag die Möglichkeit, das Abo der Seite bzw. des Profils zu deaktivieren. Dazu klickst Du rechts oben auf das Pfeil-Symbol und wählst dann “Alles von XYZ verbergen” aus. Alternativ kannst Du auf die Seite oder das Profil gehen und dort beim Titelbild auf den Button “Abonniert” klicken und das Abo deaktivieren.

Wenn Du das Ganze konsequent über einen längeren Zeitraum hinweg machst, wirst Du feststellen, dass Dein Newsfeed immer kürzer wird. Er wird zu einem Konzentrat Deiner wahren Interessen. Und zeigt Dir nur noch die Dinge an, die Dir wirklich wichtig sind.

Wie viele Apps brauchst Du?

Wie viele Apps hast Du auf Deinem Smartphone?

Bei mir sind es derzeit 77.

45 davon drückt mir Google ungefragt aufs Auge. Sie lassen sich nur für IT-Versierte deinstallieren. Nun gut.

Bleiben aber 32, die ich selbst installiert habe. Und die auch wieder deinstallieren kann. Denn sie benötigen Speicherplatz, vor allem aber wollen sie meine Aufmerksamkeit. Also meine Zeit.

Deswegen: Deinstalliere Apps, die Du so gut wie gar nicht nutzt. Viele Android-Handys bieten die Funktion, die Apps nach der Häufigkeit ihrer Verwendung anzeigen zu lassen. Die Reihenfolge stimmt nicht immer haargenau, ist aber ein guter Anhaltspunkt.

Behalte pro Funktion nur eine App. Es reicht, wenn Du eine App für Notizen hast. Eine Wetter-App. Eine Foto-App. Usw. Wenn Du mit den bereits vorinstallierten Apps zufrieden bist, schmeiß’ die anderen runter.

In diesem Sinne: frohes Ausmisten! Oder was hält Dich ab? Lass es mich wissen!

Fußnoten

  1. Es gibt viele tolle Blog-Artikel zum Thema Loslassen. Hier ein Tipp: “Altes Loslassen, aber richtig gekonnt!” von Michaela Forstik.
  2. Ich habe einen Blogbeitrag mit 30-Tage-Challenge für “analoges” Ausmisten gefunden.
  3. Im Englischen bedeutet “clutter” Wirrwarr oder Durcheinander und “to clutter up” etwas vollstopfen.
  4. Das Phänomen “Es könnte ja etwas Interessantes bzw. Wichtiges dabei sein” erkläre ich Dir ausführlich in meinem Artikel “Unser täglich Dopamin gib uns heute”.

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