Handysüchtig? Fünf Anzeichen dafür, dass Du ein „Smombie“ sein könntest und was Du dagegen tun kannst

Frau frühstückt mit Handy in der Hand

Du hast noch nie etwas von einem „Smombie“ gehört?

Bevor ich mich mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt habe, kannte ich das Wort auch nicht. Zombies gehören auch nicht zu meiner Lieblingsspezies.

Das Wort setzt sich tatsächlich zusammen aus den Begriffen Smartphone und Zombie. Und war das Jugendwort des Jahres 2015. Was aber nicht bedeutet, dass es nur auf Jugendliche zutrifft. Im Gegenteil.

Ein „Smombie“ ist so auf sein Smartphone fixiert, dass er von seiner Umwelt kaum noch etwas mitbekommt. Ich würde ihn gern „Smunkie“ (Smartphone + Junkie) nennen, aber das klingt noch niedlicher. Und ich will das Ganze nicht verharmlosen. 😉

Wenn man es wissenschaftlicher ausdrücken will, kann man den Drang, das Smartphone immer griffbereit zu haben, auch „Nomophobie“ nennen.

Der aus dem Englischen stammende Ausdruck setzt sich aus „NoMobile-Phone-Phobia1 zusammen. Es geht also um die Angst, kein Mobiltelefon zu haben, somit nicht erreichbar zu sein und deswegen etwas verpassen zu können.

Wie tickt ein Smombie?

Ein Smombie schaut öfter auf den Bildschirm seines Handys als in die Augen seiner Gesprächspartner.

Manchmal hört er sein Smartphone auch bimmeln, ohne dass es tatsächlich einen Laut von sich gibt (dafür gibt es auch einen speziellen Begriff, nämlich „Ringxiety“2).

Er läuft auch gern mal eine WhatsApp-Nachricht tippend über eine Straße oder tippt sogar während des Autofahrens.

Kurz gesagt: Bei ihm geht nichts ohne Handy!

Nicht mal im Bett. Sogar nachts schaut er drauf. Natürlich nur wegen der Uhrzeit.

Das Ganze sieht dann ungefähr so aus:

Simpsons laufen alle gegeneinander und fallen um, weil sie nur auf ihren Smartphone-Bildschirm starren.
Quelle: http://knowyourmeme.com

Vielleicht grinst Du jetzt gerade und denkst: Ja, es mag ja solche Verrückten geben, aber ICH hab’s im Griff!

Ja, DAS dachte ich auch immer.

Doch dann habe ich mich eine Weile selbst beobachtet. Und musste entsetzt feststellen, dass ich durchaus Tendenzen eines Smombies zeigte.

Willst Du wissen, was ich entdeckt habe?

Dann kommt hier ein kleiner digitaler Offenbarungseid. Lies‘ Dir die folgenden Punkte durch. Und dann frag‘ Dich ehrlich, ob Du Dich nicht vielleicht doch darin wiedererkennst …

Guten Morgen, gute Nacht – Dein erster und letzter Blick fällt … aufs Handy

Ja, mein Smartphone ist mir auch im Bett ganz nah. Gut, es liegt auf dem Nachttisch und mittlerweile schalte ich über Nacht das Datennetz komplett ab, aber trotzdem.

Wie laut Studien mehr als ein Drittel aller deutschen Smartphone-User3 widme ich diesem Gerät zwei der intimsten Momente meines Tages. Und zwar den direkt nach dem Aufwachen und den, bevor ich das Licht ausschalte und der Welt gute Nacht sage.

Als Single hat sich das bei mir so eingebürgert. Schnell nochmal Mails checken, schauen, was es auf Facebook gibt.

Es ist wie ein Zwang, als müsse man dringend die Frage klären, ob die Welt auch wirklich noch da ist.

Das ging bei mir soweit, dass ich morgens manchmal eine halbe Stunde länger als geplant im Bett lag. Und dann: Stressalarm!

Wie die beste Freundin – es begleitet Dich zur Toilette

Um ein Klischee zu bemühen: Frauen gehen bekanntlich gern zu zweit aufs stille Örtchen. Damit es da nicht so still ist.

Wenn ich zuhause war, kam mein Handy mit auf Toilette. Und verursachte dort oft längere Sitzungen, obwohl es eigentlich nur ein paar Minuten gedauert hätte.

Mit dieser etwas peinlichen Angewohnheit war ich übrigens nicht allein: 2015 stellte sich in einer Umfrage heraus, dass insgesamt rund 42 Prozent der befragten Deutschen ihr Handy in der Porzellanabteilung benutzen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar rund 78 Prozent!4

Hoffentlich waschen die sich alle gründlich die Hände. Und die Handys. Na, Du weißt schon. 😉

Was aber abgesehen von der hygienischen Fragwürdigkeit viel entscheidender ist: Warum kann das Ding für die paar Minuten nicht einfach da liegen bleiben, wo es liegt?

Fast reflexartig trage ich es auch heute manchmal noch in meiner Wohnung von A nach B. Und nein, so groß ist die Wohnung nicht. Aber auch hier ist es irgendwie ein zwanghaftes automatisiertes Verhalten – was mich zum nächsten Punkt bringt …

SOS – Du fühlst Dich hilflos, wenn Du ohne Handy das Haus verlässt

Umfragen zufolge verlassen zwei Drittel aller deutschen Smartphone-Besitzer nicht mehr das Haus ohne das Gerät.5

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich zum ersten Mal nach langer Zeit todesmutig das Smartphone zuhause liegen gelassen, um zum Supermarkt zu stiefeln.

Was soll ich sagen? Es war ein sehr komisches Gefühl.

Ich fühlte mich beinahe unvollständig und hilflos obendrein. Auch wenn ich nie zu der Sorte gehörte, die draußen dauernd tippen. Ich mag das beruhigende Gefühl, dass ich könnte, wenn ich wollen würde …

Außerdem habe ich bis heute Angst, dass ich mich aussperre und dann nicht mal jemanden anrufen kann, der mir den Ersatzschlüssel bringt. Das ist mir schon häufiger passiert und deswegen meine absolutes Totschlag-Argument!

Aber kein Grund, immer und überall das Ding mitzunehmen. Oder doch?

„Wie jetzt?!“ – Du verpasst die entscheidende Szene des Films

„Wie? Warum hat der das denn jetzt gemacht? Vorhin war der doch noch … Häää?“

Okay, ich erkläre das kurz: Früher habe ich den Tatort häufig in realer, menschlicher Gesellschaft geschaut. Als ich umzog und das so nicht mehr möglich war, gründete ich mit Freunden eine WhatsApp-Gruppe zum Tatort-Gucken.

Mittlerweile schreiben wir dort auch, wenn andere Sendungen laufen. Aber das nur nebenbei.

Es ist eigentlich wurscht, mit wem wir virtuell einen Film anschauen. Ab einer gewissen Nachrichten-Frequenz funktioniert es nicht mehr.

Soviel zum Thema Multitasking-Fähigkeit – wir sind nämlich nicht multitaskingfähig, wie Du in meinem Artikel über den Mythos Multitasking nachlesen kannst.

Gerade war ich also noch im Bilde, im nächsten Moment versteh‘ ich den halben Plot nicht mehr. Baaaahnhof. Das macht keinen Spaß!

Ganz lassen kann ich es dennoch nicht. Selbst wenn meine Lieblingsserie läuft, muss ich mich ab und ab immer noch dazu zwingen, die Finger vom Bildschirm zu lassen. Auch wenn ich „nur“ zum Solitär spielen danach greifen will.

So geht es  laut einer Studie fast der Hälfte der deutschen Smartphone-User: 48 Prozent der Befragten bestätigen, dass sie beim Fernsehen häufig mit dem Handy oder Tablet online sind,6 bei Jugendlichen sind es sogar 75 Prozent!7

Aua – Du hast Schmerzen vom Glotzen, Wischen und Tippen

Ein leidvolles Kapitel – nicht nur in meinem Leben, wie viele Studien8 beweisen. Meine gesundheitlichen Probleme, an denen allein das Handy Schuld hat!

Gut, an denen ich Schuld habe, wenn ich es übertreibe. Wahrscheinlich habe ich generationsbedingt nicht rechtzeitig die Muskeln und Sehnen an die Belastung gewöhnt. 😉

Aber Spaß beiseite: Seit Jahren schlage ich mich mit Sehnenscheidenentzündungen, Schmerzen in den Fingern, Handgelenken, Ellenbogen, Armen, Schultern und im Nacken und was weiß ich wo herum.

Anfangs konnte ich noch behaupten, das läge an meiner Schreibtischtätigkeit. Eine super Ausrede, ich muss ja schließlich arbeiten!

Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, werden die Schmerzen nur dann richtig schlimm, wenn ich mehrere Tage hintereinander länger am Handy herumtippe.

Das passiert mir zum Beispiel, wenn ich jemanden neu kennengelernt habe. Oder wenn’s Probleme gibt und die Freunde nur per Nachricht erreichbar sind.

Wenn ich noch ehrlicher bin, dann muss ich Dir etwas gestehen: Bis ich anfing, mein digitales Handeln zu ändern, erinnerte mich kaum noch an Tage, an denen ich keine Schmerzen hatte.

Ich könnte das natürlich einfach Zivilisationskrankheit nennen und gut ist. Aber auch wenn es durchaus eine ist, bringt mich das ja nicht weiter. Reine Selbstverarsche.

Die Liste der Symptome ist lang

Und? Hast Du Dich vielleicht beim Lesen ertappt gefühlt?

Ich habe hier fünf Anzeichen aufgezählt, die bei mir sehr ausgeprägt waren. Aber wie so oft im Leben ist es damit nicht getan.

Zum einen, weil es auch bei mir noch andere Symptome gab bzw. gibt, die Du unter anderem in meiner persönlichen Geschichte nachlesen kannst.

Zum anderen sind wir alle Individuen. Was für den einen völlig normal ist, ist für den anderen schon belastend.

Die richtige Art und Häufigkeit der digitalen Mediennutzung lässt sich daher genauso schwer verallgemeinern, wie die Sucht danach.

Wenn ich mir jedoch die Definition von Sucht, die bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt, anschaue, zeigt sich, dass man einige Punkte durchaus auf die digitale Mediennutzung, insbesondere was das Smartphone angeht, übertragen kann:

  1. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang zu konsumieren.
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf den Beginn, die Beendigung oder die Menge des Konsums.
  3. Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums.
  4. Nachweis einer Toleranz, im Sinne von erhöhten Dosen, die erforderlich sind, um die ursprüngliche, durch niedrigere Dosen erreichte Wirkung hervorzurufen.
  5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Konsums sowie ein erhöhter Zeitaufwand, um zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.
  6. Anhaltender Konsum trotz des Nachweises eindeutig schädlicher Folgen.9

Das bedeutet: Welche Symptome auch immer auftreten − besorgniserregend sind sie dann, wenn sie auf ein unkontrollierbares bzw. automatisiertes und/oder zwanghaftes Verhalten hinweisen.

Damit meine ich, dass wir uns unseres Nutzungsverhaltens gar nicht mehr bewusst sind, sondern es einfach tun, ohne es zu hinterfragen. Auch weil wir das Gefühl haben, wir müssten es tun, und es uns deshalb schwer fällt, es zu lassen.

D.h., auch wenn es zum Beispiel Schmerzen verursacht, verringern wir die Nutzung nicht (oder nur kurzzeitig), sondern sie wächst langsam aber stetig weiter.

Woran es liegt, dass wir trotz allem die Finger nicht vom Handy lassen können?

Obwohl wir wissen, dass wir nicht dauernd drauf schauen müssen?

Nichts verpassen, wenn wir mal nicht sofort reagieren?

Einen Hauptgrund für dieses irrationale Verhalten erfährst Du im meinem Artikel über das Smartphone als Dopamindealer.

Bist Du ein Smombie? Dann ändere was!

Wenn Du Dir über Dein Verhalten bewusst bist, dann kannst Du es auch ändern! Ich helfe Dir dabei gern mit meinem Blog und mit meinen fünf effektiven Digital-Detox-Tipps. Du erhältst sie hier kostenlos:

 

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Fußnoten

  1. Hier findest Du den Wikipedia-Eintrag zu Nomophobie.
  2. Mehr über das Phänomen Ringxiety.
  3. Mehr darüber kannst Du direkt in der entsprechenden Smartphone-Studie nachlesen.
  4. Hier die genauen Ergebnisse zur Smartphone-Nutzung auf dem Klo.
  5. Mehr zur Studie über Smartphone-Besitzer.
  6. Hier findest Du die „Mobile 360° Studie“.
  7. Mehr zu Umfrage gibt’s hier.
  8. Ein Artikel über Muskelverspannungen durchs Handy.
  9. Hier kannst Du mehr über Suchtverhalten nachlesen. Von dort stammt auch das Zitat.

2 Replies to “Handysüchtig? Fünf Anzeichen dafür, dass Du ein „Smombie“ sein könntest und was Du dagegen tun kannst”

  1. Hoppla, ich bin ein Smombie! Eine unangenehme Überraschung, aber der Artikel war sehr spannend 😉
    Liebe Grüße, Ursina

    1. Hallo liebe Ursina,
      danke für Deinen Kommentar! So schlimm ist das gar nicht – Du weißt, Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. 😉 Wenn Du magst, mach‘ mal meinen Selbsttest. Den bekommst Du automatisch zum Download, wenn Du meinen Newsletter abonnierst. Dann kannst Du nochmal genauer schauen, wie es um Dein „Smombie“-Potenzial bestellt ist und wo die Baustellen sind. Ich wünsche Dir viele Erkenntnisse und freue mich, wenn Du meinem Blog treu bleibst. 🙂 Nachtrag: Den Test gibt es derzeit nicht mehr. Aber Du kannst Dir meine fünf effektiven Digital-Detox-Tipps herunterladen, indem Du Dich hier anmeldest.
      Liebe Grüße
      Karo

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