Meine persönliche Geschichte – oder: Woran ich meine Smartphone-Sucht erkannt habe

Karo sitzt schreibend auf dem Sofa

Dieser Blog ist nicht aus Lust und Laune entstanden. Aus einer spontanen Idee oder gar, weil „Digital Detox“ gerade in ist.

Wie die meisten Blogs hat auch dieser einen persönlichen Hintergrund und diesen möchte ich Dir in diesem Post offen erzählen.

Du hast es vielleicht schon im „Über mich“ gelesen: Ich möchte ein Stück meines analogen, echten Lebens zurück. Genau genommen die Teile, die mir die Digitalisierung genommen hat.

Nein, falsch: Die ich mir habe nehmen lassen, indem ich digitale Medien so in mein Leben gelassen habe, dass sie mir Zeit, Energie und persönliche Werte und Eigenschaften rauben.

Gerade Letzteres bereitet mir Sorgen. Weil ich diese Entwicklung nicht nur bei mir, sondern bei vielen anderen Menschen beobachte.

Die Fassungslosigkeit und die Fragen, die diese Beobachtungen bei mir auslösen, sind mein Antrieb, diesen Blog zu betreiben.

Weil ich mein Leben wieder selbst gestalten will. Weil ich mir nicht von einer App oder einem sozialen Netzwerk vorschreiben lassen will, was ich denken oder tun soll. Weil ich mich nicht bis ins intimste Detail kontrollieren lassen will. Weil es um mein Leben geht und meine Werte. Auch wenn die Digitalisierung viele positive Aspekte mit sich bringt: Wir müssen unser echtes Leben schützen und verteidigen, wenn es uns erfüllen soll!

Ich bin überzeugt davon, dass die meisten von uns so denken. Wenn wir darüber nachdenken.

Denn diese ganzen digitalen Prozesse laufen mit der Zeit automatisiert in unserem Leben ab. Wir müssen inne halten, um sie bewusst wahrzunehmen.

Die Digitalisierung schleicht sich auf leisen Sohlen, aber rasant und unaufhaltsam in unser Leben und übernimmt in immer mehr Bereichen die Kontrolle, ohne dass wir es bemerken (wollen).

Die Mission: Hinterfragen wir unser digitales Handeln!

Wenn Du Dich schon mal gefragt hast, warum Du immer weniger Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens hast (und die spielen sich größtenteils nicht auf einem Bildschirm ab), rate ich Dir, Dein digitales Verhalten mal eine Weile kritisch zu beobachten. So habe ich es zumindest ab einem gewissen Punkt getan.

Das eigene Handeln zu hinterfragen ist nervig und anstrengend. Ich weiß. Aber es ist sinnvoll, in jeglicher Hinsicht.

Die Erkenntnisse sind hilfreich auf Deinem Weg zu mehr analoger Lebenszeit und echten Momenten.

Wahrhaftige Augenblicke, nach denen wir uns alle sehnen. Zum Beispiel dann, wenn wir melancholische Bilder mit weisen Sprüchen auf Facebook liken, sie aber meistens – wenn wir ehrlich sind – nicht leben. 😉

Als mir die Idee für diesen Blog kam, war ich an einem Punkt, an dem ich schmerzlich begriffen habe, dass mich mein Leben in dieser Form nicht glücklich macht.

Das hatte viele Gründe und nicht alle haben etwas mit der Digitalisierung zu tun.

Aber ich wusste, dass in meinem Leben inzwischen ein Ungleichgewicht zwischen analog und digital herrschte, das ich als Belastung empfand.

Ich erzähle Dir gern, wie sich das bei mir bemerkbar machte.

Alles, hier, sofort: meine zunehmende Ungeduld

Zugegeben, Geduld war nie meine Stärke.

Zwar kann ich gegenüber Menschen oder Tieren, die mir am Herzen liegen, sehr viel Geduld aufbringen. Aber sonst würde ich mich schon als ungeduldigen Menschen beschreiben.

Gerade dann wirkt die Digitalisierung wie eine Art Brandbeschleuniger (warum das so ist, erfährst Du in meinem Blogartikel „Unser täglich Dopamin gib uns heute“).

Dazu ein paar Beispiele:

Ich erinnere mich daran, dass wir früher telefonisch oder per Postkarte Sachen aus dem Versandkatalog bestellt haben und keine Ahnung hatten, wann die Sachen geliefert werden. Sie kamen einfach irgendwann an.

Heute werde ich wütend, wenn ein Paket ab Bestellung länger als zwei Tage zu mir braucht.

Wollte ich früher meine Lieblingsserie im TV schauen, musste ich mitunter lange warten, bis neue Folgen liefen.

Heute kann ich mir dank Diensten wie Netflix, Amazon Prime und Co. alles am Stück reinziehen, wann immer ich will. Warten? Fehlanzeige!

Früher habe ich Briefe geschrieben und manchmal wochenlang auf Antwort gewartet.

Heute starre ich auf mein Smartphone und frage mich, warum jemand nicht gleich auf meine WhatsApp-Nachricht reagiert, wenn er sie gelesen hat.

Muss mir bewusst vor Augen führen, dass nicht jeder Mensch den ganzen Tag die Möglichkeit hat, auf sein Handy zu gucken.

Oder dass er das nicht will. Und dass das vollkommen in Ordnung ist. Dass es wichtigere Dinge gibt, als Nachrichten innerhalb ein paar Minuten zu beantworten.

Inzwischen mache ich das auch nicht mehr, wenn es für mich nicht passt. Und ärgere ich mich nicht mehr, wenn jemand nicht binnen Minuten antwortet.

Doch es war ein langer Weg. Und bis dahin hat mir meine Ungeduld viele Tage wegen schlechter Laune versaut. 🙁

Interessiert mich … doch nicht so sehr: meine schwindende Aufmerksamkeit

Früher habe ich ein Buch, das mich auf den ersten 30 Seiten nicht gefesselt hat, weggelegt, sofern ich es nicht lesen musste. Immerhin.

Heute habe ich nicht mal mehr die Ausdauer, einen mehrseitigen Zeitschriftenartikel in einem Rutsch zu lesen, wenn er nicht absolut spannend ist.

Ich spreche von Büchern und Magazinen, die man anfassen kann.

Ich bin alles andere als stolz drauf, aber offensichtlich habe ich meine Aufmerksamkeit nicht mehr so im Griff, dass ich sie über eine längere Zeitspanne konzentriert auf eine Sache richten kann.

Jetzt könnte ich anführen, dass ich noch nie eine Leseratte war. Komischerweise ist es aber so, dass ich auf dem E-Reader oder Smartphone bei der täglichen Zeitungslektüre länger durchhalte. Als hätte sich mein Hirn an den digitalen Textzugang gewöhnt.

Dabei mag ich hochwertig hergestellte Bücher und Zeitschriften! Ist es da nicht schrecklich, dass ich mich zum analogen Lesen förmlich zwingen muss?

(An dieser Stelle ein dickes Sorry an alle, die mir in der letzten Zeit echte Bücher geschenkt haben – ich gebe mir Mühe, meine „alte Lesekompetenz“ zurückzuerobern.)

Was aber noch viel schwerer wiegt: Ich bin eine schlechte Zuhörerin.

In den letzten Jahren macht es Mühe, Menschen wirklich zuzuhören. Also nicht nur akustisch wahrzunehmen, was sie sagen. Sondern das Gesagte auch zu verarbeiten, nachzufragen, angemessen zu reagieren.

Ich bin davon überzeugt, dass der Verlust dieser nicht hoch genug einzuschätzenden Fähigkeit auch mit den digitalen Medien und der damit verbundenen Reizüberflutung zusammenhängt.

Huch, schon so spät: meine sinnlos verschwendete Zeit

Mal ehrlich: Facebook, YouTube und Co. sind nice to have, aber echte Zeitfresser. Wer schaut sich nicht gern witzige Tiervideos an oder stöbert im Newsfeed, was es Neues bei den Liebsten gibt?

Das Blöde ist nur: Es bleibt nicht bei einem Video und den Newsfeed ziehe ich mir am Tag mehrmals rein (inzwischen „nur“ noch etwa dreimal am Tag). Je nachdem, was und wen man alles so gelikt und abonniert hat, kommt da ganz schön was zusammen.

Aber ernsthaft: Brauche ich die ganzen Neuigkeiten wirklich? Sind alle wichtig für mich und bereichern sie mein Leben?

Oder ist Facebook nur ein hervorragendes Instrument zum Prokrastinieren1?

Für mich ist es das.

Immer dann, wenn ich keine Lust habe, das zu tun, was ich gerade tun sollte, schaue ich in meinen Newsfeed rein.

Ich scrolle auch immer gaaaaanz nach unten, bis zu dem Punkt, an dem ich meine, das letzte Mal aufgehört zu haben. Denn ja, ich habe sonst irgendwie das Gefühl, ich könnte etwas verpasst haben. Dieses Gefühl nennt sich „Fear of missing out“, kurz FOMO.2

Generell surfe ich oft stundenlang herum.

Meist suche ich etwas Bestimmtes und komme durch unzählige Verlinkungen vom Hundertsten ins Tausendste. Und lande oft nicht da, wo ich eigentlich hinwollte. Weil alles scheinbar interessant ist.

Aber auch, weil das Internet uns suggeriert, dass es überall noch was Besseres oder Günstigeres gibt. Wenn ich nur lange genug suche.

Das mag wohl auch so sein. Die Frage ist nur, was wertvoller ist: meine Lebenszeit oder eine Ersparnis von ein paar Euro?

Nicht ohne mein Handy: meine lang verleugnete Sucht

In meinem Artikel „Handysüchtig?“ beschreibe ich, wie sich meine Sucht nach dem Smartphone geäußert hat.

Ich nenne es Sucht, auch wenn die Wissenschaft dafür keine klare Definition hat, weil wir Menschen und unsere Nutzungsgewohnheiten so unterschiedlich sind.

Gedanken über mein Suchtverhalten habe ich mir erst gemacht, als ich Schmerzen in den Händen, Armen und Schultern bekam. Vom ewigen Touchen und Tippen.

Erst als mein Körper sagte: „Stopp! Bis hierhin und nicht weiter“, habe ich angefangen, meinen Umgang mit diesem an sich nützlichen Gerät zu beobachten und in Frage zu stellen.

Internetsucht gab es selbstredend schon vor dem Smartphone. Oder die Sucht nach Onlinespielen. Alle Varianten können unser Leben negativ beeinflussen.

Seitdem es aber Smartphones gibt, ist das Risiko, sozialen Netzwerken, Chat- und Spiele-Apps etc. zu erliegen, ungleich größer geworden.

Weil wir das Ding – auch dank Datenflatrates – überall nutzen können. Der Zugang ist so gut wie unbegrenzt und es wird immer schwieriger, der Versuchung zu widerstehen.

Vor allem, weil das Teil uns das gibt, wonach wir uns sehnen: Glücksgefühle aufgrund ständiger Dopaminausschüttungen.

Wer’s glaubt: meine sozialen Kontakte im Netz

Zwischenmenschliches war schon früher bisweilen kompliziert.

Während wir früher beinahe alles mit Freunden oder Partnern persönlich klären konnten, weil sie eben real und da waren, treffen wir heute auch viele Menschen im Netz. Ob auf Facebook, in Foren, Communities oder auf Online-Dating-Plattformen.

Ich tat mir seit meiner Schulzeit etwas schwer damit, Anschluss zu finden, wenn ich irgendwo neu war. Da war das Internet für mich eine praktische Alternative, wenn es darum ging, Kontakte zu knüpfen.

Dummerweise fehlen dort beim Kennenlernen einige entscheidenden Dinge wie zum Beispiel die Körpersprache eines Menschen oder seine Ausstrahlung. Indizien, die uns intuitiv ein Gefühl dafür geben, mit wem wir es da zu tun haben.

Fallen solche Eindrücke weg – zumindest zu Beginn des Kontakts – kommt es vor, dass wir uns in Personen vollkommen täuschen. Was nicht heißt, dass uns jemand absichtlich täuschen will, wenngleich das auch vorkommt.

Ich habe schon alles durch: vom total verliebten Fake über ach so gute Onlinefreunde, die leider keine echten waren, bis hin zu Menschen, die sich einfach nicht mehr melden, weil ihnen mein Foto nicht gefällt.

Ich werde in meinen künftigen Posts über das eine oder andere Phänomen dieser Art berichten.

Was ich sagen will: Es gib sehr viele Menschen, die ins Internet gehen, um Kontakte zu knüpfen. Woran nichts Verwerfliches ist. Doch ihre Gründe und ihre Motivation, warum sie gerade dort suchen, sind vielfältig.

Deshalb ist es gut, sich daran zu erinnern, dass sie nicht den eigenen Gründen entsprechen müssen.

Dass Worte solange nur Worte sind, bis ihnen Taten folgen, die ihren Inhalt bestätigen.

Dass eine lange Liste von Facebook-Freunden nicht automatisch bedeutet, dass ein Mensch sozial bestens integriert ist. Weswegen ich zum Beispiel nur mit Leuten dort befreundet bin, die ich zumindest persönlich gesprochen habe.

Ich glaube nicht, dass wir uns nur auf die Menschen verlassen sollten, die wir online kennenlernen.

Versteh‘ mich nicht falsch, ich habe schon tolle Leute dort kennengelernt und einige zählen zu meinen engsten Freunden. Aber das tun sie, weil ich sie in mein reales Leben geholt habe.

Meine Erfahrungen haben mich vorsichtig werden lassen. Gut so.

Nein, die Digitalisierung ist nicht per se schlecht!

Eins ist mir wichtig: Ich verteufele die Digitalisierung nicht und mache sie auch nicht für den Niedergang meines Lebens oder gar unserer Gesellschaft verantwortlich.

Eines meiner Lebensmotti lautet: „Es kommt drauf an, was Du daraus machst!“

Genauso sehe ich es hier auch. Wir sind selbst verantwortlich dafür, wie sehr wir Digitalika in unser Leben lassen und wie wir mit den Auswirkungen umgehen.

Das ist meine Mission. Ich möchte, dass Du Dich in Deinem Leben wohlfühlst. Dass Du für Dich die richtige digitale Dosis findest, damit Du Dein Leben nicht vergiftest.

Wenn Du den ersten Schritt machen möchtest, dann empfehle ich Dir meine fünf effektiven Digital-Detox-Tipps. Du erhältst sie kostenlos, wenn Du Dich für meinen Newsletter anmeldest:

 

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Fußnoten

  1. Darunter versteht man das Aufschieben von ungeliebten Tätigkeiten.
  2. Mehr darüber findest Du im Wikipedia-Artikel über FOMO.

8 Replies to “Meine persönliche Geschichte – oder: Woran ich meine Smartphone-Sucht erkannt habe”

  1. Liebe Karoline,
    ich habe gerade einen Blog gefunden und möchte dir gerne einen Kommentar hinterlassen. Ich finde es toll, dass du mit dem Thema „rausgehst“ und finde es ganz wichtig, dass wir darüber sprechen. Es ist so selbstverständlich geworden mit Smartphones, Facebook und Co. und ich selbst erwische mich auch immer wieder dabei, wie ich meine Zeit damit vertrödele. Ich werde auf jeden Fall öfter mal hier vorbeischauen und danke dir für deine Worte, die mir heute dabei helfen, meine Online-Aktivitäten zu hinterfragen.
    Viele Grüße
    Silke

    1. Guten Abend liebe Silke,
      ich danke Dir ganz herzlich für Deinen Kommentar. Du hast recht, es ist selbstverständlich geworden. Zu selbstverständlich. Was oft problematisch ist. Es geht ja nicht nur Zeit dafür drauf, sondern neben Energie auch Werte, die wir eigentlich leben und unseren Mitmenschen entgegenbringen sollten. Ich freue mich sehr, wenn mein Blog Dir ein Impulsgeber sein kann. Dein Blogthema finde ich im Übrigen mindestens genauso wichtig. Ich hoffe, Du erreichst damit viele Menschen. 🙂
      Herzlich-analoge Grüße
      Karo

      1. Danke dir für deine liebe Antwort 🙂
        Ja, das stimmt, es geht viel mehr als „nur“ die Zeit drauf. Das macht mich sehr nachdenklich. Ich mache jetzt Notebook und Smartphone aus – Und morgen dann ein bisschen früher als heute. 🙂
        Herzliche Grüße
        Silke

        1. Sehr gern.:-) Ich gehe jetzt auch offline. Gute Nacht!

  2. Liebe Karo,
    eben noch bei LETTERS deine Umfrage zu deinem Blog gesehen und schon bin ich auf deiner Website hängen geblieben. Du schreibst hier viel Wahres. Seitdem ich selbstständig bin, erwische ich mich immer öfter dabei, im Newsfeed auf FB zu scannen, nach interessanten Themen und Blogs zu suchen (wie deinen 😉 und ständig online zu sein, um nichts zu verpassen. Viel lieber möchte ich auch bewusster offline sein, einen Magazintitel von Anfang bis Ende lesen und nicht ständig von einem zum nächsten „huschen“. Das nervt!

    Viele Grüße
    Petra

    1. Hallo Petra,

      vielen Dank für Deinen ehrlichen Kommentar. Ich denke, es geht vielen Menschen so wie Dir bzw. uns. Es ist schon eine enorme Herausforderung, sich dem täglichen digitalen Wahnsinn zu stellen und dabei nicht die Balance zu verlieren. Ich hoffe, dass Dir mein Blog bei der einen oder anderen Frage eine praktische Antwort liefern kann. Wenn nicht, schreib mir gern und lass es mich wissen. Es interessiert mich immer, wo bei meinen Lesern der Schuh konkret drückt. 🙂

      Übrigens finde ich es sehr interessant, dass Du zwischen Deiner Selbstständigkeit und Deinem digitalen Konsum einen Zusammenhang siehst! Magst Du das genauer erklären? Hast Du mehr Zeit als vorher? Oder woran könnte es liegen?

      Ich bin gespannt auf Deine Antwort und freue mich, dass Du hier bist.

      Viele Grüße
      Karo

      1. Hallo Karo,

        meine Antwort auf deine Fragen kommt spät, aber sie kommt (hab leider keine Benachrichtigung erhalten, dass du meinem Kommentar etwas hinzugefügt hast).

        Du fragtest, ob es einen Zusammenhang zwischen meiner Selbständigkeit und meinem digitalen Konsum gibt. Ja, den gibt es in der Tat. Mehr Zeit als vorher habe ich ganz bestimmt nicht. Meine zwei Kinder sorgen schon dafür, dass mir keine freie Zeit bleibt 😉

        Seitdem ich selbst eine FB-Seite für mein Business habe, versuche ich hier ständig nach interessanten Artikeln zu recherchieren, die ich teilen oder kommentieren könnte.

        Ich habe auch Angst, zu spät auf Anfragen von potenziellen Kunden zu antworten, wenn ich nicht dauernd online bin. Natürlich ist mir bewusst, dass nicht jeder sofort eine Antwort erwartet. Trotzdem sitzt mir da wer ganz arg im Nacken. Aprospos Nacken: Bei meiner Nackenentspannung, also beim Sport, versuche ich ganz bewusst auf mein Smartphone zu verzichten. Immerhin 😉

        Viele Grüße
        Petra

        1. Hallo Petra,

          ich danke Dir für Deine Antwort und störe mich nicht daran, dass sie „spät“ kommt. 😉 Dass das System Dir keine Benachrichtigung geschickt hat, ist natürlich doof. Bisher ist das die einzige Rückmeldung dieser Art und ich habe offen gestanden keine Ahnung, woran das liegen könnte.

          Ich höre oft, dass gerade Menschen, die viel online arbeiten, sehr viel Zeit im Netz verbringen, um Marketing bzw. Akquise zu betreiben, zu recherchieren usw. Es liegt in der Natur der Dinge, dass wir uns dort aufhalten, wo unser Geschäft „passiert“. Nun finde ich das prinzipiell gar nicht schlimm, denn es gehört ja zu unserer Arbeit und ich vertrete die These, dass das Internet und digitale Medien nicht per se schlecht sind. Ich glaube, es ist aber wichtig, dass wir dieser Arbeit einen festen Platz in unserem Tagesablauf einräumen, indem wir z.B. eine bestimmte Zeit am Tag für genau solche Tätigkeiten blocken und diese dann auch nicht überziehen. Vielleicht hilft dabei der Gedanke, dass wir es wie mit bezahlter Arbeitszeit halten – da würden wir auch schauen, dass wir nicht über Gebühr mehr arbeiten als bezahlt wird. Das ist jetzt eine Idee – denn glaub mir, ich kämpfe selbst mit diesem Thema und werde mir noch einmal Gedanken machen.

          Ja, ich verstehe, dass Du Angst hast, Kundenanfragen zu verpassen. Aber ich denke, wenn Du ein- bis zweimal am Tag Deine E-Mails abrufst bzw. auch hier feste Zeiten zum Bearbeiten von E-Mails einplanst, sollte das kein Problem sein. Ich habe auf meiner Website stehen, dass ich i.d.R. zweimal am Tag meine E-Mails abrufe und bisher ist mir kein (Neu-)Kunde entgangen. Ich denke, was Dir da im Nacken sitzt, ist die Annahme, dass wir alles Mögliche verpassen, wenn wir nicht daueronline sind. Das Gute am Internet ist aber, dass E-Mails oder Messenger-Nachrichten nicht einfach wieder verschwinden, wenn wir sie nicht binnen einer Stunde lesen. Wir müssen von der Erwartungshaltung weg, dass es sich dabei um einen synchronen Kommunikationsweg handelt. Dabei ist es auch nichts anderes als ein elektronischer Brief. Und Briefe haben wir früher auch nicht binnen einer Stunde beantwortet und sind damit wieder zur Post gerannt (es sei denn, wir waren verliebt ;-)). Vielleicht probierst Du das Ganze einfach mal aus – das ist immer der erste und wichtigste Schritt. Wenn Du dann merkst, dass gar nichts Schlimmes passiert, geht es sicher nach einiger Zeit auch dem Nacken besser und die Unsicherheit weicht. Vielleicht hilft Dir auch dieser Gedanke: Würdest Du mit einem Kunden arbeiten wollen, der von Dir erwartet, dass Du jederzeit erreichbar bist? Der erwartet, dass Du ihm ad hoc antwortest? Der auf gute Arbeit nicht mal einen Tag warten kann? Ist das Dein Wunschkunde? 🙂

          Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig. Im Übrigen ist Deine Website sehr ansprechend – wir arbeiten in der gleichen Branche, wie ich sehe! 🙂

          Viele Grüße
          Karo

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