Digitale Liebe? Wie Du das richtige Onlinedating-Portal für Dich findest

Zwei Menschenhände bilden gemeinsam ein Herz

Ich geb’s zu. Auch ich habe schon im Netz nach der Liebe gesucht.

Keine Ahnung, ob das inzwischen eine völlig banale Aussage ist oder noch bzw. schon wieder ein peinliches Selbstbekenntnis.

„Man“ liest und hört ja so viel Negatives über die Partnersuche online. Über unseriöse Singleportale und sexistische Dating-Apps. Über die Oberflächlichkeit und die „Generation Beziehungsunfähig“, die sich dort tummelt.

Nicht alle, aber einige dieser Gerüchte sind leider wahr. Zumindest aus meiner Sicht. Dennoch: Ich habe auch schon zweimal Glück gehabt. Eine dieser Beziehungen hielt sagenhafte 8,5 Jahre und wir sind heute die besten Freunde. Ohne das Internet hätte ich diesen wunderbaren Menschen nie getroffen.

Das zeigt, dass es im Netz der Singles eben nicht nur „Idioten“ gibt, wie viele annehmen. Sondern auch sympathische Menschen, die ernsthaft eine Beziehung suchen. Am Ende treffen wir im Internet sowieso nur auf die Leute, die auch draußen auf der Straße rumlaufen. Es gibt ja keine Menschen, die nur real existieren und welche, die nur virtuell leben. 😉

Das Problem ist nur: Je mehr Menschen auf solchen Portalen unterwegs sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, an jemanden zu geraten, der nicht zu uns passt. Oder anders gesagt: Je größer der Heuhaufen, desto schwieriger ist die Suche nach der berühmten Nadel. Klar ist dann der „Ausschuss“ entsprechend groß.

Meine Erfahrungen zum Suchen und Finden der Liebe im Netz sind vielfältig: Abgesehen von den Glücksfällen − zu denen ich auch bereichernde Kontakte zähle, die nicht zu einer Beziehung geführt haben − habe auch ich unangenehme Erfahrungen mit Fakes gemacht und bin mit Oberflächlichkeiten wie Kontaktabbrüchen bei Fotofreigabe oder dem Phänomen, dass Menschen einfach nicht (mehr) zurückschreiben, konfrontiert. Mit gelegentlichen Unverschämtheiten, Missverständnissen aller Art und dem zähen Ringen um den „richtigen“ Weg des Kennenlernens, das oft schon nach wenigen Nachrichten wieder endet.

Und ja, das frustriert bisweilen. Dennoch bleibe ich (mit Pausen) am Ball. Weil ich weiß, dass es funktionieren kann.

Aber ich gestehe: Es wird gefühlt immer mühsamer. Ein langer Atem, Gelassenheit und ein dickes Fell sind daher nicht die schlechtesten Voraussetzungen, wenn Du beim Onlinedating Mr. bzw. Ms. Right finden möchtest ohne zu verzweifeln.

Sofern gewünscht, werde ich bald noch mehr über die neue Art des Kennenlernens schreiben. Weil es ein Faszinosum ist, das mich und viele andere Menschen da draußen sehr beschäftigt.

Doch zum Einstieg möchte ich Dir erstmal ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wenn Du Dich (wieder) in den Dschungel des digitalen Datens werfen möchtest. Es ist nichts Verwerfliches daran und ich wünsche uns allen einfach viel Glück dabei. 🙂

Hier also meine Tipps, wie das (bezahlte) Onlinedating für Dich besser funktionieren kann:

Die Qual der Wahl des „richtigen“ Datingportals

Es gibt unzählige kostenlose und bezahlte Singlebörsen und Partnervermittlungen im Netz. Die einen stellen lediglich eine technische Plattform zur Verfügung, die anderen treffen eine Vorauswahl an geeigneten Kandidaten, wieder andere bieten Mischformen an. Es gibt Webportale mit App-Anbindung und reine Dating-Apps. Welche für die ernsthafte Partnersuche, für Seitensprünge und erotische Treffen, fürs lockere Kontakteknüpfen usw.

Kurzum: Die Auswahl ist riesig! Welche dieser Plattformen oder Apps die richtige für Dich ist, wirst Du nur durch Testen herausfinden.

Kostenlose Portale haben den offensichtlichen Vorteil, dass Du keine finanziellen Verpflichtungen eingehst und Dich jederzeit wieder abmelden kannst. Doch durch den Gratiszugang tummeln sich dort eben auch viele, die keine ernsten Absichten haben, bereits vergeben sind oder Spielchen spielen wollen. Natürlich kannst Du dort auch einen wunderbaren Menschen treffen, aber es ist sicherlich schwieriger, weil gerade Umsonst-Plattformen die Massen anziehen.

Etwas gesitteter sollte es da bei der bezahlten Partnersuche zugehen − was aber auch nicht immer der Fall ist. Allerdings kannst Du auch jemanden im echten Leben kennenlernen, der Dich dumm anmacht. Singlebörsen mit bezahlten Premiummitgliedschaften schrecken zumindest viele Fakes ab, also ist die „Seriositätsdichte“ dort etwas höher.

Einige Anbieter versuchen zudem, mit einem psychologischen Fragebogen Deine Persönlichkeit zu erfassen. Algorithmen sorgen dann dafür, dass Dir Mitglieder angezeigt werden, die laut System besonders gut zu Dir passen.

Inwiefern diese Matchings tatsächlich zutreffend sind, kann ich nicht beurteilen. Es fängt ja schon damit an, dass manch einer bei solchen Fragebögen irgendwann gelangweilt irgendwas ankreuzt, was die Ergebnisse natürlich verfälscht. Und auch die Tatsache, dass ein Computerprogramm mir erzählen will, wer zu mir passt, ist ein wenig befremdlich. Andererseits kannst Du bei manchen Anbietern im Profil des anderen gezielt bestimmte Eigenschaften und Einstellungen nachschauen, die Dir besonders wichtig sind.

Alles in allem würde ich − auch aufgrund meiner Erfahrungen auf verschiedenen Plattformen − sagen, dass bezahlte Plattformen besser dazu geeignet sind, einen Partner zu finden, weil es dort etwas seriöser und vor allem zielgerichteter zugeht als bei Gratisportalen, wo viele sich auch mal just for fun anmelden.

Aber wie findest Du nun die richtige Partnerbörse für Dich?

Ich habe es eingangs schon erwähnt: Du solltest unterschiedliche Anbieter testen, bevor Du Dich entscheidest.

Wenn Du googlest, wirst Du feststellen, dass es unzählige Websites gibt, die Onlinedating-Portale vergleichen. In meinen Augen sind das aber hauptsächlich Seiten, die nur dazu dienen, Werbung für die aufgeführten Anbieter zu machen. Diese Vergleiche dienen allenfalls als Überblick − auch, weil viele Anbieter nicht offen ihre Preise kommunizieren, sondern dafür eine Anmeldung nötig ist.

Lass daher bitte die Finger von Portalen, die Dir ohne bezahlte Mitgliedschaft den Zugang gänzlich verwehren. Denn wie willst Du herausfinden können, ob Dir das Handling, der Umgangston usw. zusagen, wenn Du es nicht mal ausprobieren kannst?

Ich empfehle Dir, Dich bei allen Anbietern, die Dich interessieren, erstmal kostenlos mit einer Wegwerf-E-Mail-Adresse anzumelden. Und dann schau Dich in aller Ruhe um und achte u.a. auf diese Dinge:

  • Sagen Dir die Bedieneroberfläche und das Handling zu?
  • Wie gefallen Dir die inhaltlichen Gestaltungsmöglichkeiten im Profil?
  • Welchen Eindruck machen die Profile der anderen Mitglieder auf Dich?
  • Bekommst Du viele oder wenige potenzielle Kandidaten angezeigt?
  • Berücksichtigt das Portal Deine Persönlichkeit und findest Du Dich in den Ergebnissen wieder?
  • Welche Suchkriterien kannst Du nutzen, um Deine Auswahl einzugrenzen?
  • Wie ist der Umgangston bei Nachrichten? Entstehen niveauvolle Unterhaltungen?
  • Gibt es viele Mitglieder in Deiner Nähe oder leben viele gar im Ausland?
  • Und vor allem: Wie fühlst Du Dich, wenn Du das Portal nutzt?

Lass Dich vom allerersten Eindruck nicht zu sehr beeinflussen (manchmal erschlagen uns auch nur die Möglichkeiten) und bleibe ein paar Wochen angemeldet, bevor Du eine Entscheidung triffst. Warum das auch finanziell clever ist, erfährst Du gleich.

Vorsicht beim Kleingedruckten

Wenn Du Dich für einen Onlinedating-Anbieter entscheidest, lies Dir genau die AGBs durch, bevor Du eine Mitgliedschaft abschließt. Oft bindest Du Dich für einen längeren Zeitraum und kannst auch vor Ablauf der Mitgliedschaft nicht aus dem Vertrag raus, auch wenn Du das Angebot gar nicht mehr nutzt.

Selbst das übliche 14-tägige Widerrufsrecht greift oft nur bedingt. Denn viele Anbieter wollen eine Entschädigungszahlung, wenn Du bereits in den ersten zwei Wochen bezahlter Mitgliedschaft Kontakte geknüpft hast. Das bedeutet, dass Du nicht mehr den kompletten Betrag zurückgezahlt bekommst, auch wenn Du innerhalb von zwei Wochen vom Vertrag zurücktrittst. Es sollte also eine wohlüberlegte Entscheidung sein.

Hinzu kommen die teils nicht ganz klaren Kündigungsfristen der Portale. Schau daher genau nach, bis wann und in welcher Form Du die Premiummitgliedschaft kündigen musst (frag notfalls ganz gezielt bei der Kundenbetreuung nach) und notiere es in Deinem Terminkalender, damit Du den Zeitpunkt nicht verpasst.

Viele kündigen auch direkt nach ein paar Wochen vorsorglich, damit sie es nicht vergessen. Wenn der bezahlte Zeitraum vergangen ist und Du weiterhin dort aktiv sein möchtest, dann kannst Du i.d.R. jederzeit wieder einsteigen. Dir entgehen also keine Vorteile, wenn Du frühzeitig kündigst.

Wenn Du Dich aber dauerhaft von der Plattform verabschieden möchtest, dann solltest Du darauf achten, dass Dein Profil komplett gelöscht wird. Wie das funktioniert, solltest Du vorab klären.

Warte mit der Anmeldung, bevor Du zu viel zahlst

Auch wenn Du schnell richtig loslegen willst, kann ich Dir nur empfehlen, trotzdem geduldig zu sein. Bei der ersten kostenpflichtigen Anmeldung und auch später, solltest Du weitermachen wollen. Denn die meisten Anbieter werden versuchen, Dich nach Deiner kostenlosen Anmeldung mit Angeboten für eine kostenpflichtige Mitgliedschaft zu locken.

Genau dann gilt es, clever zu sein: Greif nicht zu früh zu, sondern warte ab, auch wenn Dich bereits Mitglieder angeschrieben haben und auf Antwort warten. Die sind auch in ein paar Wochen noch da. Viele Anbieter reduzieren ihre Preise nämlich bis max. 50 Prozent, wenn Du einige Wochen standhaft bleibst. Und weil sie selbst dann immer noch sehr teuer sind, würde ich immer warten, bis dieses Angebot kommt, bevor Du zuschlägst. Mehr Rabatt gibt es meines Wissens dann nicht mehr.

Das Ganze gilt übrigens auch, wenn Du Deine Mitgliedschaft gekündigt hast. Das Spiel ist dort das Gleiche. Abwarten und dann wieder neu einsteigen. Dein Profil bleibt i.d.R. bestehen.

Gib nicht zu viel preis und schütze Dich vor Fakes

Wir tendieren dazu, im Schutz der Anonymität des Internets viel mehr von uns preiszugeben, als wir es im echten Leben gegenüber Menschen, die wir (noch) nicht gut kennen, tun würden.

Gerade wenn sich virtuell mit jemandem etwas anbahnt, sind wir besonders auskunftsfreudig. Das ist auch in gewissen Maßen okay und gewünscht, denn schließlich lernen wir einen anderen Menschen ja nur dann kennen, wenn wir uns öffnen. Allerdings wissen wir anfangs gar nicht, wer diese andere Person überhaupt ist. Verraten wir keine privaten Daten wie Namen, Adresse etc. von uns, können wir uns noch sagen: Der andere weiß ja eh nicht, wer ich bin.

Aber was, wenn der Kontakt immer intensiver wird und wir dem anderen sogar live und in Farbe gegenüberstehen? Wenn wir uns zu erkennen geben als Person, weil wir ihn „analog“ weiter kennenlernen möchten?

Dann besteht das gleiche Risiko wie im echten Leben, an den „Falschen“ zu geraten. Also sei virtuell genauso vorsichtig wie im realen Leben. Denn gerade bei kostenlosen Onlinedating-Apps und -Plattformen sind auch viele Fakes und Blender unterwegs. Wie Du sie erkennen und Dich vor ihnen schützen kannst, erfährst Du in meinem Artikel „Phantome im Netz – 15 Tipps, wie Du Dich besser vor Fakes schützen kannst“.

Der Zeitfaktor: Onlinedating kostet nicht nur Geld

Vielleicht kennst Du das: Du hast einen anstrengenden Job, in dem Du oft Überstunden schiebst oder andere Verpflichtungen, die Dir viel Zeit und Energie rauben. Während andere Leute abends oder am Wochenende um die Häuser ziehen und potenzielle Partner kennenlernen, hast Du dafür kaum Zeit oder Nerven.

Wie wäre es also mit der Partnersuche vom Sofa aus, ohne sich stylen und rausgehen zu müssen? Verlockende Vorstellung, oder?

Verständlich, dass viele ihr erliegen. Aber die Wahrheit ist: Onlinedating kostet (oft) nicht nur Geld, sondern auch viiiiel Zeit, Energie und Nerven.

Wenn Du vernünftige Anfragen bekommen möchtest, solltest Du Dir Zeit dafür nehmen, Dein Profil ansprechend auszufüllen und es aktuell zu halten. Und schon das ist eine kleine Kunst für sich − eine Gratwanderung zwischen „nicht zu langweilig“ und „nicht zu exzentrisch“, zwischen „zu oberflächlich“ und „zu tiefgründig“, zwischen „möglichst authentisch“ und „möglichst attraktiv“ …

Die wahre „Arbeit“ beginnt aber erst dann, wenn sich die ersten Kontakte warmlaufen. Egal, ob Du zu den Menschen gehörst, die sich schnell treffen oder erstmal schreibend mehr erfahren wollen: Es kostet Dich immer Zeit, einen Menschen kennenzulernen. Herauszufinden, ob ihr zueinander passt oder nicht.

Digitale Singlebörsen kürzen diesen Prozess nicht ab. Oft dauert er sogar etwas länger, weil vor dem persönlichen Kontakt (Telefonieren, Treffen) erstmal der schriftliche liegt.

Daher mach Dir bewusst, dass Dir Du mit Onlinedating keine Zeit und Energie bei der Partnersuche sparst. Wenn Du aber fokussiert vorgehst, kannst Du Dir viele unnötige Kontakte ersparen (das gilt übrigens auch für die Partnersuche im real life).

Dazu solltest Du Dich fragen, was Du wirklich willst und was nicht und das dann auch entsprechend kommunizieren. Also welche Eigenschaften Dein Partner wirklich mitbringen muss, um Dich glücklich zu machen und was für Dich überhaupt nicht geht.

Damit meine ich keine Äußer- und Oberflächlichkeiten, sondern Eigenschaften und Werte, über die Du auch in der Rückschau auf alte Beziehungen reflektiert haben solltest. Wenn Du diesen „Must-haves“ näher kommen möchtest, empfehle ich Dir das kostenlose Workbook von Simone Sauter.

 

Ich hoffe, dass Dir mit diesen Tipps ein guter (Neu-)Einstieg ins Onlinedating gelingt. Wenn Du Fragen zu dem Thema hast, schreib sie mir gern in die Kommentare oder vertraulich per E-Mail. Ich freue mich! <3

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