Vergiss Vorsätze! So kannst Du 2018 Deine (Digital-Detox-) Ziele umsetzen

Frau mit Wunderkerze in der Neujahrsnacht mit vielen Vorsätzen fürs neue Jahr.

Und, hast Du sie schon im Kopf?

All Deine guten Vorsätze fürs neue Jahr?

Ein Jahr, in dem endlich alles besser werden soll. Du, Dein Job, Dein Leben.

Das Dumme ist nur: Du wirst scheitern.

Ja, auch 2018 wird nicht alles so laufen, wie Du es Dir erträumt hast. Einige Dinge werden schief laufen.

Nicht alles kannst Du beeinflussen. Aber − und das ist die gute Nachricht! − die meisten Dinge hast Du selbst in der Hand.

So ist es auch mit den Vorsätzen. Es liegt an Dir, ob Du sie 2018 umzusetzt.

Und weil ich weiß, dass neben abnehmen, weniger trinken oder rauchen, mehr Sport treiben usw. bei vielen auch Digital Detox ganz oben auf der Liste der Neujahrs-Vorsätze steht, habe ich mir dazu mal Gedanken gemacht.

Wozu eigentlich Vorsätze zum neuen Jahr?

Unser Hirn mag es, wenn Dinge abgeschlossen sind. Und weil mit dem Jahreswechsel ein Lebensabschnitt endet und ein neuer beginnt, meinen wir, das sei der ideale Zeitpunkt für all unsere Verbesserungsvorhaben.

Doch nach wenigen Tagen sind wir schon wieder im Alltagstrott gefangen und die ganzen Vorsätze für unser „neues“ Leben(sjahr) vergessen.

Ich möchte Dir daher ein paar Denkanstöße mit ins neue Jahr geben, wie es anders laufen kann.

Eine wichtige Botschaft vorweg: Nur, weil es in den ersten Tagen des Jahres nicht so klappt, wie Du Dir das vorgestellt hast, musst Du nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Denn ist es nicht auch etwas viel verlangt, dass sich alles sofort ändern muss, nur weil sich eine Jahreszahl geändert hat?

Also sch… auf Neujahr!

Dein Leben fängt jeden Tag neu an! Und Du hast jeden Tag die Chance, etwas zu ändern.

Deshalb: Gib nicht auf, falls der Januar vorbei ist und sich noch nicht viel getan hat. Das Jahr hat noch elf weitere Monate, in denen Du Deinem Ziel näher kommen kannst. Und starten kannst Du jeden Tag. Du musst Dich nur dazu entscheiden.

Vergiss vage Vorsätze − setz Dir konkrete Ziele

Ein bisschen abnehmen, weniger trinken, mehr Sport machen … weniger aufs Handy schauen.

Fällt Dir was auf?

Vorsätze sind viel zu ungenau. Sie lassen Spielraum, um sich zu drücken. Und machen auch keine Fortschritte messbar. Du kannst Dich lediglich auf Dein Gefühl verlassen, ob Du Deine Vorsätze erfolgreich umsetzt. Und das trügt meistens.

Bleiben wir beim Thema „Weniger aufs Handy schauen“. Besser wäre, Du formulierst ein konkretes Ziel: „Ich will bis zum Tag X das Handy nur noch Y Stunden am Tag benutzen.“

Ein Ziel, eine Deadline.

Wenn es Dir schwer fällt, eine Stundenzahl zu formulieren, dann liegt das vielleicht daran, dass Du nicht weißt, wie viele Stunden Du derzeit am Handy verbringst.

Um das herauszufinden und um Deine Fortschritte auf dem Weg zu Deinem Ziel überprüfen zu können, empfehle ich Dir eine Digital-Detox-App, mit der Du unter anderem Deine Nutzung kontrollieren kannst. In meinem Artikel über die Digital-Detox-App „Quality Time“ erkläre ich Dir, wie das funktioniert.

Eine andere Variante wäre: „Ich schalte jeden X [Wochentag] nach dem Heimkommen mein Handy bis zum nächsten Morgen aus.“

Wichtig ist, dass Du das Ganze so konkret wie möglich ausformulierst, damit Du Dir kein Hintertürchen offen lassen kannst. Im Projektmanagement empfehlen viele für das Ziele setzen übrigens die sogenannte SMART-Methode.1

Das mit den Zielen ist so eine Sache: Setz Dir nicht zu viele gleichzeitig und auch nicht zu hohe. Du kannst später noch immer nachjustieren.

Teilziele motivieren zusätzlich. Denn auch kleine Schritte bringen Dich ans Ziel. Überleg Dir also, was für Dich machbare Etappen sein können (mehr dazu später).

Überleg Dir, WIE Du Dein Ziel erreichst

Ziele allein nutzen wenig, wenn Du Dir keine Gedanken machst, wie Du Dein Ziel erreichen kannst.

Fokussier Dich also nicht nur auf das gewünschte Ergebnis, sondern auch auf den Weg dorthin. Der kann im Laufe des Gehens sogar wichtiger werden als das eigentliche Ziel.

Denn Du bist individuell. Dein Leben ist im ständigen Wandel. Also scheue Dich nicht davor, Dein Ziel immer wieder zu hinterfragen und ggf. anzupassen. Wichtig ist, dass es sich − auch wenn es manchmal nicht einfach ist − grundsätzlich richtig anfühlt.

Wenn Du nicht weißt, wie Du mit Deinem Digital Detox starten sollst, dann kannst Dich zum Beispiel von meinen 5 kostenlosen Digital-Detox-Tipps inspirieren lassen. Wenn Du schon genau weißt, was Du ändern möchtest (weniger E-Mail-Stress, nicht mehr ständig erreichbar sein, weniger Smartphone − mehr Familienzeit), dann schau in den passenden Blogartikel. Dort findest Du viele gute Tipps, wie Du Deinem Ziel näher kommen kannst.

Gewohnheiten bestimmen unser Leben − gewöhn Dir neue an

Wir sind Gewohnheitstiere. Veränderungen wollen wir zwar, aber wir mögen sie nicht. Denn Veränderung bedeutet Unsicherheit und die macht den meisten von uns Angst.

Im Falle Deines Handys fragst Du Dich vielleicht:

  • Wenn ich es weniger benutze, verpasse ich dann nicht alles?
  • Werden meine Freunde mich noch mögen, obwohl ich nicht mehr sofort antworte?
  • Wird mein Chef sauer, wenn ich nach Feierabend das Handy ausschalte?

Die Angst vor Neuem und Veränderung schleppen wir noch aus der Steinzeit mit uns herum. Da war alles, was von der Norm abwich, eine potenzielle Gefahr.

Aber wir leben nicht mehr in der Steinzeit und viele Ängste liefern uns heutzutage Gründe für Ausreden. Ich weiß das, weil ich eine Meisterin im Ausreden finden bin (falls Du also mal Bedarf hast …). 😉

Deshalb sage ich zu den Befürchtungen von oben: Finde es heraus! Wenn Du es nicht versuchst, erfährst Du nie, ob sie nicht unbegründet waren − und die meisten sind es tatsächlich.

Aber wie kriegst Du es hin, Deine Gewohnheiten zu ändern?

Ich gebe zu, das ist ein derart großes Thema, dass ich dazu nicht die universelle Lösung parat habe, sondern lediglich Anhaltspunkte liefern kann. Alles andere würde auch den Rahmen eines Blogartikels sprengen. Nicht umsonst erforschen Wissenschaftler das Thema seit einer gefühlten Ewigkeit und gibt es so viele Coaching-Angebote und Bücher in der Richtung.

Aber uns allen ist klar, dass es ganz ohne Disziplin und Ausdauer nicht geht. Wir müssen den Schweinehund beiseite schubsen. Aber was kann uns dazu motivieren?

Das kann zum Beispiel ein Digital-Detox-Battle mit Freunden sein. Oder eine öffentliche Challenge (viellicht gibt es bald eine von mir). Soziale Kontrolle zwingt uns, um am Ball zu bleiben. Wir wollen uns schließlich nicht blamieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Nicht nur planen, anfangen! Und zwar ohne Perfektionismus. Oft erwarten wir von uns, dass wir alles von Anfang an richtig machen. Dass wir gleich voll durchziehen. Und wenn das nicht klappt, lassen wir es sein.

Ein kalter Radikalentzug ergibt bei Digital Detox ohnehin wenig Sinn. Denn: Die meisten von uns sind süchtig. Wir können nicht von heute auf morgen einfach das Handy komplett links liegen lassen. Selbst wenn wir wollen.

Deshalb: Fang klein an!

Ein Beispiel: Wenn Du mit den Öffis zur Arbeit fährst, warte am ersten Tag eine Station, bis Du Dein Handy aus der Tasche holst. Wiederhole das einige Tage. Dann warte zwei Stationen. Dann drei usw. Etabliere beharrlich eine neue Gewohnheit − in der Regel brauchen wir dazu übrigens rund drei bis vier Wochen.

Erlaub Dir zu scheitern − und starte wieder neu

Ich habe es eingangs schon gesagt: Ein „ergebnisloser“ Januar ist kein Grund, gleich Deine ganze Mission abzubrechen.

Wenn Du versuchst, Deine Gewohnheiten zu ändern, dann sind Rückschritte vorprogrammiert. Und auch wenn Scheitern in unserer Gesellschaft fast schon ein Tabu ist: Erlaube es Dir, denn es ist menschlich.

Fühl Dich also nicht schlecht oder rede gar böse mit Dir („Warum kriege ich blöde Kuh das einfach nicht hin?“). Akzeptiere, dass Dein Hirn sich gegen die Veränderung wehrt. Es will lieber auf bekannten Pfaden weitergehen, das ist weniger anstrengend.

Wenn Du also mal einen Tag hast, an dem Du nicht hinbekommst, was Du Dir vorgenommen hast: So what? Dann versuch es morgen wieder. Und übermorgen. Denn wie gesagt: Du hast jeden Tag eine neue Chance.

Vergiss Sprüche wie „Ach, die Woche ist jetzt eh gelaufen“, denn das ist Quatsch. Jeden Tag, den Du früher beginnst, an der Veränderung Deiner Gewohnheiten zu arbeiten, bist Du einen Tag näher an Deinem Ziel.

Die zentrale Frage: Was ist Dein „Warum“?

Wenn Du Dich in Frustmomenten fragst, warum Du Dir das eigentlich antust, dann legst Du meiner Meinung nach die Hand an den zentralen Schlüssel für Deinen Erfolg − sofern Du eine Antwort findest.

Ich glaube, dass wir Veränderung nur dann in unserem Leben herbeiführen können, wenn wir wissen, warum wir sie wollen.

Es bringt nichts, Trends hinterher zu rennen, wenn Du nicht daran glaubst, dass sie Dein Leben verbessern. Niemand braucht Selbstoptimierung ohne Sinn.

Wenn Du also glaubst, dass Digital Detox etwas ist, was Du mitmachen musst, um hip zu sein, dann lass es.

Wenn Du aber für Dich nur einen guten Grund findest, warum Digital Detox Dein Leben wertvoller und reicher machen kann, dann wird Dir das Motivation genug sein, um dranzubleiben. Wenn es Dir wirklich wichtig ist.

Vergiss nie: Es geht um Dich. Orientiere Dich nicht an den Zielen anderer, sondern finde Deine eigenen.

Jedoch kann es schwierig sein, herauszufinden, was wir wirklich wollen und wie wir das Ganze umsetzen. Deswegen möchte ich Dir zum Ende dieses Artikels noch eine besondere Strategie vorstellen, die ich gerade entdeckt habe: das weitgehend analoge Coaching-Angebot „BriefMe“ von Isabell Mezger. Schriftliche Coachingunterlagen und Briefe an Dich selbst sollen Dir dabei helfen, Deine Ziele im Jahr 2018 erfolgreich umzusetzen. Vielleicht ist das etwas für Dich?

Am Ende ist mehr denn je zuvor alles eine Frage der Priorität. Das gilt für Digitales. Und fürs Leben.

Übrigens: Einen Vorsatz habe ich schon versucht umzusetzen. In meiner Blogumfrage haben einige gesagt, dass ihnen meine Blogposts zu lang sind. Immerhin ist dieser Artikel ist schon kürzer als die meisten. Du siehst, ich arbeite dran. 😉 Und Du? Woran willst Du 2018 arbeiten?

Fußnoten

  1. Hier eine Erklärung der SMART-Methode auf Impulse.de.

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