„Quality Time“ und Co.: Diese Apps helfen Dir beim Digital Detox!

Apps auf dem Smartphone

Zugegeben, es klingt schon etwas absurd: Apps fürs Digital Detox.

Ausgerechnet Apps sollen dabei helfen, weniger Apps zu benutzen. Weniger das Smartphone in die Hand zu nehmen. Weniger Social Media. Weniger online sein.

Ja, auf den ersten Blick ist es absurd. Aber nur auf den ersten.

Es ist genau wie mit meinem Blog. Da haben einige Leute auch erstmal gestutzt: „Wie jetzt? Die Leute sollen weniger ins Internet gehen und dafür sollen sie dann Deinen Blog lesen? Im Internet?“

Meine Antwort: Ja!

Denn ich wiederhole es gern: Ich bin nicht gegen die Digitalisierung, gegen Smartphones oder Computer oder elektronische Medien! Ich nutze das alles wirklich gern und glaube auch, dass es uns in vielen Bereichen weiterbringt.

Es bringt uns aber nicht weiter, wenn wir all die digitalen Möglichkeiten ohne Sinn und Verstand konsumieren.

Wenn wir von morgens bis abends berieseln lassen, jede kleine Verschnaufpause mit digitalen Lückenfüllern verbringen und irgendwann gar nicht mehr merken, dass wir das Handy häufiger anschauen als unsere Mitmenschen.

Wenn wir ignorieren, dass wir von dem Teil abhängig sind, es unbewusst überall mitschleppen und jeden persönlichen Augenblick mit einem Foto oder Video töten, das wir dann auch noch schnell irgendwo hochladen.

Diese Entwicklung ist meines Erachtens bedenklich und macht viele von uns langfristig unglücklich.

Warum digitale Helfer kein Widerspruch zum Digital Detox sind

Stell‘ Dir vor, Du willst abnehmen. Dann wird Dir kein Ernährungsexperte der Welt raten, nie wieder etwas zu essen.

Nein. Er wird Dir vielleicht sagen, dass Du weniger essen sollst. Vor allem aber anders.

Er wird Dir zeigen, welche Nahrungsmittel gut für Dich sind und welche nicht. Du wirst lernen, sie zuzubereiten. Und Du wirst weiterhin essen. Nur eben bewusster und anders.

Der Weg zu einer gesünderen Figur führt also (unter anderem) über die Ernährung. Übers Essen und Trinken.

Findest Du das absurd?

Siehst Du. Und so funktioniert es auch bei meiner Interpretation von Digital Detox.

Ich glaube, dass zu viel unreflektierter digitaler Konsum uns auf Dauer vergiftet. Genauso wie zu viel schlechtes Essen.

Wichtig sind Dosis und Zusammensetzung. Denn die Dosis macht das Gift. Passend dosiert ist Digitales nicht giftig.

Es geht also darum, herauszufinden: Was tut mir gut, was nicht? Was sollte ich einschränken oder ganz weglassen und was bringt mich weiter und bereichert mein Leben?

So stellst Du Dir Schritt für Schritt Dein digitales Menü zusammen und „entgiftest“ nach und nach.

Das geht anfangs nicht ohne Entzugserscheinungen. Aber die sind meist nur von kurzer Dauer. Denn der positive Effekt auf Dein Leben wird Dich schnell davon überzeugen, dass Dein Weg richtig ist.

Das war nun eine lange Vorrede. Aber sie war wichtig.

Diese Apps helfen Dir bei Deiner digitalen „Diät“

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Apps, die Dein Nutzungsverhalten am Smartphone protokollieren und Dir dabei helfen, es zu verändern.

Zum Beispiel, indem Du Zeiten festlegst, in denen Du auf bestimmte Apps keinen Zugriff hast. Oder indem Du die Nutzung auf ein bestimmtes Zeitvolumen beschränkst.

Ich möchte Dir dazu heute eine App vorstellen, die ich selbst benutze. Es war die erste dieser Art, die ich installiert habe und weil ich mit ihr zufrieden bin, habe ich bisher keine weitere ausprobiert. Aber ich werde Dir am Ende dieses Artikels noch ein paar weitere Apps auflisten, die ähnliche Funktionen haben.

Willst Du mehr „Quality Time“?

Die App, die ich Dir zeigen möchte, heißt „Quality Time“.

Die Entwickler zeigen Dir mit der App, wie viel Qualitätszeit Dir durch die Smartphone-Nutzung flöten geht. Und helfen Dir dabei, wieder mehr Qualitätszeit zu erleben.

Die App ist meines Wissens derzeit nur für Android-Geräte verfügbar (für iPhone-Alternativen schaue ebenfalls in die Liste am Ende des Artikels).

„Quality Time“ zeichnet Deine Smartphone-Nutzung auf. Die App speichert also Angaben darüber,

  • wie viel Mal Du den Bildschirm entsperrt hast,
  • wie häufig und wie lange Du welche App verwendet hast oder
  • wie oft und lange Du das Handy insgesamt benutzt hast.

Außerdem legt sie ein komplettes Tagesprotokoll an. Darin kannst Du genau sehen, wann Du welche Apps benutzt hast und wie lange.

Das ist sehr interessant, wenn Du herausfinden möchtest, wann Deine „Hochphasen“ am Handy sind. Dieses Protokoll sieht dann so aus:

 

Screenshot Protokoll Quality Time-App

 

In den Tages- und Wochenzusammenfassungen siehst Du, welche Apps Du am häufigsten nutzt und wie lange Du insgesamt mit dem Handy zugange warst.

Wenn Du Dich mit einer E-Mail-Adresse registrierst, dann kannst Du diese Daten auch über den Zeitraum von zwei Wochen hinaus speichern (nutze gern eine Wergwerf-Mailadresse dafür). Das würde ich Dir empfehlen, wenn Du über längere Zeit beobachten möchtest, wie sich Dein Handykonsum entwickelt.

Denn dafür ist die App da. „Quality Time“ …

  • liefert Dir objektive Zahlen zu Deinen Nutzungsgewohnheiten (glaub mir, die „gefühlte“ Nutzung ist meist etwas anderes als die tatsächliche).
  • hilft Dir dabei, Dir ein realistisches, konkretes Ziel zu setzen, das Du einem bestimmten Zeitraum erreichen möchtest. Beispiel: „Ich möchte in den nächsten vier Wochen meine tägliche Nutzung um insgesamt eine Stunde verringern.“
  • motiviert Dich, indem Du Dir Deine Fortschritte anschauen kannst.

Wenn Du Dich also an das Beispiel mit dem Abnehmen erinnerst, dann ist die App quasi Deine Waage. Aber mit einigen tollen Zusatzfunktionen!

Damit Du tatsächlich mehr „Quality Time“ für Dich, Deine Arbeit und Deine Lieben findest, hat die App zwei weitere, sehr nützliche Features an Bord.

Setze Deine individuellen Limits

Mit der Funktion „Nutzungsalarm setzen“ kannst Du mit der App die Zeit, die Du insgesamt mit Deinem Smartphone oder einer einzelnen App verbringst, einschränken.

Du legst dazu eine bestimme Dauer fest. So kannst Du zum Beispiel einstellen, dass Du jeden Tag höchstens 30 Minuten mit WhatsApp beschäftigt sein willst.

Ist dieses Limit erreicht, erinnert die App Dich daran und Du kannst das Handy dann (hoffentlich) weglegen.

Gönne Dir und Deinem Smartphone eine Pause

Wenn Du zum Beispiel im Job für eine bestimmte Zeit ungestört arbeiten oder zuhause einfach mal in Ruhe einen Film schauen möchtest, dann ist die Pausen-Funktion der App das richtige Mittel der Wahl.

Mit der Funktion „Pause einlegen“ kannst Du einen Zeitraum wählen, in dem Du nicht gestört werden willst.

Du kannst für bestimmte Anlässe einzelne Profile anlegen, innerhalb derer Du auch festlegen kannst, welche Apps während der Pause noch erlaubt sind (am besten so wenige wie möglich).

Denn wenn die Pause läuft, „sperrt“ die App Deinen Bildschirm und Du kannst dann nur noch auf die ausgewählten Apps zugreifen.

Natürlich kannst Du die Pause auch vorzeitig beenden. Der Bildschirm wird dann nach einer einigen Sekunden wieder freigegeben und Du kannst das Handy wieder normal benutzen.

Neben den manuellen Pausen gibt es noch die Funktion „Geplante Pausen“. Damit kannst Du Deinen angelegten Pausen-Profilen bestimmte Zeitfenster zuordnen, in denen das Handy dann automatisch in den Pausenmodus versetzt wird. Das bietet sich beispielsweise auf der Arbeit an.

Du kannst der App auch die Berechtigung erteilen, während Pausen die Benachrichtigungen von Apps zu unterdrücken. Dann werden sie gesammelt und Du kannst sie Dir nach der Pause anschauen, damit Du auch nichts verpasst.

Gibst Du der App nicht die Berechtigung dazu, stellt sie auch in der Pause die Benachrichtigungen zu − da heißt es dann: eisern bleiben und ignorieren. 😉

Kurzum: Gerade wenn Du vorhast, Deinen Handykonsum einzuschränken, ist die „Quality Time“-App ein praktischer Helfer − und steht überhaupt nicht im Widerspruch zu Deiner digitalen „Diät“.

Mein Video-Tutorial zur Verwendung der „Quality Time“-App

Wenn Du wissen möchtest, wie Du die App genau benutzen kannst, kannst Du Du hier mein Video-Tutorial anschauen:

Ich finde es jedenfalls immer wieder hochspannend zu sehen, wie ich mein Smartphone nutze. Und gerade jetzt, da ich durch den Blog vermehrt online bin (zum Beispiel auf meiner Facebook-Seite zum Blog), hilft mir die App, meine Limits einzuhalten. Sonst hätte ich sicherlich schon wieder viel mehr Handystunden auf der Uhr! Übrigens gibt es ähnliche Programme auch für den PC (siehe unten). 😉

Weitere Apps mit ähnlichen Funktionen

Wenn Dir „Quality Time“ nicht zusagt, hast Du hier eine kleine Auswahl an Alternativen:

Offtime (erhältlich für Android und iPhone)

Menthal (erhältlich für Android; Teil der Studie von Alexander Markowetz an der Uni Bonn, siehe auch meine Bücherliste)

App-Detox (erhältlich für Android)

Moment (erhältlich für iPhone)

Forest (erhältlich für Android, iPhone und Desktop-Browser)

RescueTime (erhältlich für Desktop-Browser)

Eine App ist nur ein Teil Deines Digital Detox

Du siehst, eine App wie „Quality Time“ kann Dir dabei helfen, Deinen Handykonsum zu reduzieren. Aber Digital Detox ist viel mehr als weniger am Smartphone zu daddeln!

Willst Du also mehr darüber erfahren, wie Du die ideale digitale Dosis für Dein Leben findest? Willst Du mehr Einsteiger-Tipps?

Dann empfehle ich Dir meine fünf Digital-Detox-Tipps, die Du Dir hier gratis holen kannst:

 

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Wie sieht es bei Dir aus? Nutzt Du auch eine App wie „Quality Time“? Vielleicht eine aus der Liste? Teile gern Deine Erfahrungen damit in den Kommentaren!

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